Die NABU - Ortsgruppe Lahntal betreut und überwacht
schon seit 1986 die Krötenwanderung auf der K84 zwischen Sterzhausen
und Wetter.
Wir bauten im Frühjahr an der Kreißstraße einen Amphibienzaun
auf und betreuten diesen über mehrere Wochen hinweg. Der Zaun wurde
zwei mal täglich kontrolliert, somit gelangten die Amphibien sicher
zu ihrem Laichplatz im alten Sterzhäuser Steinbruch.
Die Ergebnisse dieser Zählungen zeigten unterschiedliche, teilweise
bedenkliche, aber auch positive Entwicklungen. 1991 wurde in Zusammenarbeit
mit einer biologischen Umweltforschungsgruppe aus Göttingen eine
intensive und exakte Untersuchung der Wanderung vorgenommen.
Unsere Bemühungen, Kanäle für die Amphibienwanderung
unter die Straße legen zu lassen, wurde als zu teuer abgewiesen.
Dann konnten wir uns mit der Gemeinde, Straßenverkehrsbehörde
und Kreisverwaltung über eine Straßensperrung für die Dauer
der Wanderung einigen.
1994 wurde der Zaun erstmals nicht wieder aufgestellt. In der Zeit
von Anfang März bis Mitte April 1994 wurde die Kreißstraße
stattdessen nachts für den Verkehr gesperrt, so dass die Amphibien
sicher die Straße überqueren konnten. Auch in den folgenden
Jahren ordnete der Kreis während des Zeitraums der Wanderung eine
nächtliche Sperrung der Straße an

Damit geschah erstmals in Hessen eine Straßensperrung
aus Artenschutzgründen !!
Infolge dessen liegen seit 1994 keine Zahlen mehr über die Amphibienwanderung
vor. Ob die Sperrung zu einer Populationszunahme führt, könnte
erst durch eine erneute, detaillierte Zählung nachgewiesen werden.
Außer Erdkröten wandern auch Teichmolche, Bergmolche, Grasfrösche
und Geburtshelferkröten.
Seit nunmehr 9 Jahren wird, sobald die Witterungsverhältnisse Anlass
geben das die Tiere zu wandern beginnen, die Kreisstraße von abends
19 Uhr bis morgens 6 Uhr gesperrt. Die Straßenverkehrsbehörde
stellt das Absperrmaterial und die Ortsgruppe Lahntal das Personal hierfür.
Die bei Polizei und Straßenverkehrsbehörde gemeldeten Mitglieder
der Ortsgruppe sind zur Sperrung autorisiert. An den Einmündungen
der K84 sind große Hinweistafeln angebracht, um die Verkehrsteilnehmer
auf die Sperrung hinzuweisen. Zusätzlich wird die Sperrung der
gesamten Fahrbahn mit Barken, Warnleuchten, Poldern und Verbotsschildern
durchgeführt.

In diesem Jahr werden wir die Straße voraussichtlich ab 4. März
sperren. Im wöchentlichen Rhythmus wechseln sich die Vereinsmitglieder
ab, sperren abends die Straße und öffnen diese am folgenden
Morgen wieder. Die Sperrung dauert durchschnittlich sechs bis acht Wochen.
Diese Aktion wird fast jährlich vom Hessischen Rundfunk begleitet.
Trotz der Bekanntmachungen und auf Verständnis bei den Verkehrsteilnehmern
hoffend, gibt es immer wieder Zeitgenossen, welche nicht nur mit Unverständnis,
sondern teilweise sogar zerstörerischer Wut reagieren, die Sperrungen
wegräumen, zerstören oder zum Teil sogar entwenden! Ebenso
ist das Aufstellen der Sperren durch rücksichtslose Autofahrer
oft nicht ganz ungefährlich.

